Donnerstag, 13. April 2017

Liturgische Selbstverständlichkeiten zum Triduum

Zur Erinnerung für das österliche Triduum ein paar Selbstverständlichkeiten, die eigentlich nicht der Erwähnug wert sind:
  • Die drei Gottesdienste "Messe vom letzten Abendmahl - Karfreitagsliturgie - Osternacht" sind liturgisch gesehen eigentlich nur ein Gottesdienst. Dies ist besonders daran zu erkennen, daß er mit dem liturgischen Kreuzzeichen am Gründonnerstag beginnt und mit dem Segen der Osternacht endet.
    • Die Gründonnerstagsmesse hat also keinen Schlußsegen.
    • Die Karfreitagsliturgie hat weder ein Kreuzzeichen zu Eröffnung, noch einen Segen zum Schluß. (2016 St. Marien Hohenlockstedt)
    • Die Osternacht beginnt ebenfalls ohne Kreuzzeichen am Anfang mit der Kerzenweihe.
      [Korrektur] Unverständlicherweise wird im Missale Romanum 2002 die Kerzenweihe mit dem Kreuzzeichen eröffnet. In früheren Versionen und in der außerordentlichen Form des römischen Ritus beginnt dieser erste Teil der Osternachtsfeier mit "Dominus vobiscum".
  • Am Gründonnerstag hat jegliches Instrument nach dem Gloria zu schweigen. Das Schweigen Endet zum Gloria in der Osternacht. Ebenso schweigen die Glocken.
    • Es ist also nicht statthaft, daß die Orgel nach dem Gloria normal weiterspielt (2007 St.Florin, Vaduz).
    • Ebensowenig ist ein Ersetzen der Orgel durch Gitarre, Akkordeon, Blockflöte u.ä. (2015 St. Ansgar, Itzehoe) angemessen.
    • Glocken während der Liturgie werden durch "Ratschen" ersetzt.
  • Die Messe vom letzten Abendmahl muß natürlich am Altar stattfinden.
    • Ein Ignorieren des Altares zugunsten einer in der Kirchenmitte aufgebauten Tafel (2014 Jesus Guter Hirt, Bad Bramsted) oder die Eucharistiefeier im Sitzen an Tischen im Erweiterungsraum der Kirche zu feiern, um das letzte Abendmahl nachzustellen (2015 Heilig Geist, Kaltenkirchen) ist der Würde des allerheiligsten Sakraments nicht angemessen.
  • Matzen aus dem Supermarkt sind schon wegen der Brechung und den Krümeln nicht für die Eucharistie geeignet. (2015 Heilig Geist,Kaltenkirchen)
    • Priester oder Diakon haben natürlich die Eucharistie zu spenden. Außerordentliche Kommunionspender sollten die Ausnahme bilden (z. B. bei Spendung unter beiderlei Gestalten).
  • Bei der Kommunionspendung unter beiderlei Gestalten ist zu beachten, daß das Selbst-Eintunken (Selbst-Tinktion) durch den Gläubigen verboten ist (siehe Instruktion Redemptionis Sacramentum).
    • Erlaubt ist, daß der Priester den Leib des Herrn in das Blut des Herrn eintaucht und die Eucharistie dem Gläubigen auf die Zunge spendet.
    • Ebenfalls ist ein getrennter Empfang von Leib und Blut erlaubt. Der Gläubige wird der Kelch gereicht und trinkt dann daraus.
  • Die Prostratio am Beginn der Karfreitagsliturgie wird nur von Bischöfen, Priestern und Diakonen vollzogen. (diverse Jahre, diverse Kirchen)
    • Der restliche liturgische Dienst macht keine Prostratio, sondern kniet während dieser Zeit.
  • Das Weihwasser ist nach dem Gloria der Gründonnerstagsmesse aus den Weihwasserbecken zu entfernen. Nach der Weihe des Osterwassers in der Osternacht sind die Weihwasserbecken damit zu befüllen.
  • Der Embolismus ist niemals auszulassen. (2017 St. Ansgar, Itzehoe).
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[14.04.2017 Einige Erweiterungen und Korrekturen]

Samstag, 8. April 2017

An illustrated Guide to the Triduum

Zum Beginn der heiligen Woche eine kleine Erinnerung um was es beim Heiligen Triduum geht.

Quelle: https://focusoncampus.org/content/an-illustrated-guide-to-the-triduum





Sonntag, 19. Februar 2017

Ministranten, die liturgisch etwas zu tragen haben - eine einfache Regel

Letztens in einer ungenannten Pfarrei:

Einzug mit 10 Ministranten.
4 Ministranten hatten die Dienste am Altar und nahmen die Plätze an den für sie bestimmten Sedilien ein.
Die anderen 6 Ministranten hatten schon zum Einzug Kerzen (Leuchter) in den Händen. Für sie gibt es im Altarraum keine Sedilien, so daß sie unten an den Stufen zum Altar stehen.

So weit, so normal.

Zur ersten Lesung allerdings drehten sich diese 6 Ministranten um und setzten sich auf die unterste Stufe (mitsamt der Leuchter in der Hand) und (Entschuldigung, mit fällt kein anderes Wort ein) glotzen während der Lesungen ins "Publikum". Ich hatte erwartet, daß sich diese Ministranten zu den Lesungen auf die unterste Stufe knien (so war es früher in der gleichen Gemeinde).

Vom ästhetischen Standpunkt gesehen wirkte es sehr störend und ablenkend. Würdig sah es auch nicht aus.

Desweiteren lassen sich die ca. 70 cm langen Leuchter (Beispielbild hier) nicht wirklich gut und schön zu beim Sitzen auf der untersten Treppenstufe halten. Stichwort: Rumgewackel.

Deshalb sei allen Ministranten (bzw. Liturgieverantwortlichen) eine einfache Regel ans Herz gelegt:


Wer was anderes als ein Gebetbuch in der Hand hat (z. B. Stab, Mitra, Weihrauchfaß, Schiffchen, Meßbuch, Kerzen) hat tunlichst nicht zu sitzen, auch wenn es alle anderen tun!


- Die angemessene Haltung wäre bei den Fackelträgern, wie oben schon erwähnt, auf der Stufe zu knien. Bei dieser Haltung blickt man als angenehmen Nebeneffekt auch in Richtung des Tabernakel (was immer besser ist als dem Herrn den Rücken zuzuwenden).
Als Kerzenträger war die einfache Regel früher bei uns: wenn das Volk sitzt, dann knien wir; außer zur Predigt, dann dürfen wir sitzen. Und wenn alle knien, dann knien wir auch.

- Stab- und Mitraträger (Signiferi) bei Pontifikalämtern stehen immer sobald sie die Insignien in Händen halten. Bei der Predigt (wenn der Bischof die Insignien hat) können sie sitzen. Auch beim Hochgebet stehen sie.

- Der Weihrauchdienst (Turiferar und Navicular) steht während des Wortgottesdienstes und kniet zum Hochgebet. Sie können sitzen, wenn Weihrauchfaß und Schiffchen zwischenzeitlich in der Sakristei deponiert werden (z. B. zur Predigt).

- Der Kreuzträger und die Träger von Bannern und Fahnen sitzen NIE, wenn sie Kreuz und Banner in den Händen halten. Gleiches gilt für die flankierende Begleitung auch wenn sie nichts trägt.

Ein kleiner Hinweis noch für Fahnenabordnungen zum Fronleichnamszug: Bei den Statio-Altären stellt man sich immer so auf, daß man zum eucharistischen Herrn guckt und ihm nicht den Rücken zuwendet.